Das Leben in Bayreuth gestaltet sich für die 73.000 Einwohner der oberfränkischen Metropole wunderbar. Vielleicht nicht immer sorgenfrei bei 5,2% Arbeitslosenquote, die Zahl der Vergehen und Verbrechen muss aber dennoch geradezu paradiesisch gering sein. Klar gibt es ein paar Ausnahmen, aber welche Stadt hat die nicht? Mal werden Drogen in Überraschungseiern versteckt, eine Frau ertrinkt mitten im Bayreuther Hofgarten und ein Fahrraddieb liefert sich eine Schießerei mit der Polizei. Aber trotz allem scheinen die Bayreuther Polizisten viel Zeit zu haben.
Das lässt zumindest das Tütchen vermuten welches ich heute Nachmittag auf dem Parkplatz der RW Fakultät in Bayreuth an meine regennasse Windschutzscheibe geklemmt fand. Ähnlich denen, welche die Polizei in Bayreuth öfters einsammelt, jedoch ohne denselben Inhalt. Auch keine handgeschrieben Notiz eines Kommilitonen, der sich beim Ausparken verschätzt hat. Und auch keine anonymen Liebesbekundungen. Stattdessen zwei Verwarnungen mit Zahlungsaufforderung. Der gestresste Jurastudent soll gegen § 29 und gegen § 47 StVO verstoßen haben. Und “den Termin zur Hauptuntersuchung/Abgasuntersuchung um mehr als 2 Monate” verschlafen haben.
Bayreuth scheint wirklich eine sichere Stadt zu sein. Und arm. Oder langweilig. Anders kann ich mir nicht erklären, dass unsere Polizei an einem Montag Nachmittag ihre Dienstzeit damit verbringt den Uni Parkplatz nach abgelaufenen Plaketten abzusuchen.
In gewisser Weise bin ich den beiden Beamten aber auch dankbar. Nicht nur, dass sie mich an den vergessenen TÜV Termin erinnert und mit 2 x 15 Euro ein niedrigeres Bußgeld als eigentlich vorgeschrieben verlangt haben. Wären sie wenige Wochen später gekommen hätten neben 80 Euro auch noch 2 Punkte in Flensburg folgen können. Aber wie gesagt, das Jurastudium ist schuld!
Für die nächste Hauptuntersuchung werde ich die Online-Erinnerung des TÜV Süd nutzen. Aber bis dahin ist hoffentlich auch mein Studium abgeschlossen. Dann gibts keine Ausreden mehr.
Das war in der Tat unerwartet…