Der Knoten ist geplatzt - zwar etwas später als erwartet und mit ganz anderem Ausgang als bisher befürchtet - aber der Deal scheint über die Bühne zu sein: Die Holtzbrinck-Gruppe mit Sitz in Stuttgart hat für (bisher unbestätigte) 100 Millionen Euro das skandalträchtige Online-Studenten-Verzeichnis StudiVZ gekauft. Der Käufer, der vorher bereits mit Holtzbrinck Ventures an dem Web 2.0 Startup finanziell beteiligt war dürfte damit dem amerikanischen Konkurrenten Facebook den deutschen Klon Ableger vor der Nase weggeschnappt haben. Ob die Amerikaner nach den Schlagzeilen der letzten Monate aber auch weiterhin bereit gewesen wären einen so hohen Kaufpreis zu bezahlen bleibt fraglich.
Während Spiegel Online in seinem Artikel über den Verkauf offen lässt, was mit den wegen diverser Aktionen in öffentliche Kritik geratenen Gründern (allen voran der 26-jährige Ehssan Dariani) geschieht, äußert sich der StudiVZ-Blog dazu deutlicher: Alle Gründer bleiben weiterhin im Management tätig. Sicherlich ist es als positiv anzusehen, dass die Website, der inzwischen mehr als eine Million Studenten ihre privaten und intimen Daten anvertraut haben, in deutscher Hand bleibt und sich auch weiterhin deutschen Datenschutzbestimmung “unterwerfen” muss. Bei dem als “Datenkrake” verschrienen Facebook wäre manchem sicherlich mulmig geworden.
Sagte ich gerade Datenschutz? Wer sich für einen statistische Darstellung aller öffentlichen Profile (genau dieses Data Crawling hätte StudiVZ eigentlich von Anfang an verhindern sollen) interessiert, der möge einen Blick auf diese Seite werfen. Interessante Erkenntnisse dabei? Erschreckend viele BWLler, alle erschreckend unpolitisch und das Vorurteil, dass Juristen keine Freunde hätten sollte auch behoben worden sein.
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Und nach dem Verkauf ist anscheinend auch nichts besser geworden….wurden heute schon wieder gehackt. :shut: