Der Girl’s Day 2006 an der Uni Bayreuth geht zu Ende. Unzählige junge Schülerinnen steuerten seit 8 Uhr orientierungslos über den Campus, Hörsääle und Anschluss suchend. Nach den obligatorischen Begrüßungsveranstaltungen strömte alles zu den hauptsächlich naturwissenschaftlichen Aktionen, was in einem heillosen Chaos endete. Für die meisten war es wohl mehr ein freier Tag ohne Schule als eine Orientierungshilfe zur Studien- und Berufswahl wie sich die Organisatoren das vermutlich gewünscht haben. Aber von dem ganzen Trouble hat man kaum etwas mitbekommen wenn man nicht direkt im NW stand. Dafür war es früh Morgens im Audimax umso ruhiger. Zu ruhig um nicht in Versuchung zu geraten den Schlafmangel der letzten Nacht auszugleichen. Dabei versuchte Prof. Lepsius im zweiten Teil seiner Grundrechte Vorlesung weiter die geschichtlichen Hintergründe des Grundgesetzes zu erörtern, von der Bill of Rights bis zur Weimarer Reichsverfassung. Ich hoffe der geschichtliche Ausflug ist bald abgeschlossen, Prof. Kahl ist damals, soweit ich mich erinnern kann, wesentlich knapper auf die Entstehung des Grundgesetzes eingegangen. Und ich besuche die Veranstaltung nur um mein Wissen über die einzelnen Grundrechte etwas aufzufrischen, das komplette Paket durfte ich ja schon einmal genießen. Aber nachdem die Ö-Recht Zwischenprüfung sich hauptsächlich mit Grundrechten beschäftigen wird kann es wirklich nicht schaden das Thema auch aus einem anderen Mund nochmal erklärt zu bekommen.
Nachdem ich gestern die erste Verbraucherschutzrechtvorlesung bei Prof. Michalski ausfallen lassen musste weil Aufgaben vom Lehrstuhl anstanden (und Zuspätkommen nirgendwo so auffällig ist wie in H 23, bei dem der vordere Eingang ungefähr auf Höhe des Redepults liegt) konnte ich heute zumindest in Erbrecht bei Prof. Loritz gehen. Ein sympathischer schweizer (?) Akzent, ein unverkrampftes Auftreten und trotzdem die nötige Ernsthaftigkeit um den Stoff zu erklären. Er lockerte den Stoff durch immer wiederkehrende Anspielungen über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und das schnelle Abbleben von Fallpersonen auf ;), schaffte es aber dennoch einen recht detailierten Überlick zu vermitteln. Beispielfälle und Tafelzeichnung inbegriffen. Das Fazit nach der ersten Stunde, in der er einen Überblick über den Stoff des Erbrechts gab: Erstaunlicherweise eines der fesselndsten Themengebiete für mich bisher, glücklicherweise auch noch im Zivilrecht :). Ich bin noch nicht dahinter gekommen woran es liegt und schätze auch (da die Vorlesung die nächsten zwei Wochen ausfällt), dass ich noch etwas brauchen werde um dahinter zu kommen. Zwar ist der Stoff ohnehin erst für die große BGB Übung relevant (was auch den hohen Anteil an 6. Semestern erklärt), aber wer weiß wer im übernächsten Semester die Vorlesung hält. Das Ganze fand in dem wie immer überfüllten H 22 statt, problematisch eine Vorlesung, die für zwei verschiedene Jahrgänge interessant ist in einen zu kleinen Hörsaal zu quetschen.
Nach einer mehr als gehetzten Mittagspause gab es dann noch Prof. Brehm zum ersten Mal in diesem Semester mit Schuldrecht AT - ebenfalls zur Wiederholung. Ich kann ohne Zweifel sagen, dass ich rein gar nichts verändert hat zu der selben Vorlesung vor einem Jahr: Nach den ersten einleitenden Worten verlassen in Minutenabständen verschiedene Studenten die Vorlesung, jedesmal von Prof. Brehm kommentiert und mit einer Unterbrechung der Einleitung quittiert. Ich weiß noch aus der Vorlesung/Übung der letzten Semester, dass es ihn tatsächlich traf, dass Studenten die Frechheit aufbrachten andauernd seine laufende Vorlesung zu verlassen. Die Gründe sollen an dieser Stelle unerwähnt bleiben, man kann ohnehin nur darüber spekulieren.
Ich bin noch am überlegen ob ich nicht eine der beiden Schuldrecht Vorlesungen zugunsten der Buchlektüre des Stoffes (bzw. der wesentlich dringenderen Prüfungsvorbreitung) ausfallen lasse. Prinzipiell wäre Schuldrecht BT der Vorrang zu gewähren, da die Vorlesung von Prof. Emmerich durchaus zu empfehlen ist. Während sich Schuldrecht AT mehr auf die allgemeinen Grundlagen konzentriert und daher wohl grundlegend wichtiger ist, bleibt da immer noch die Vortragsweise des Referenden, die mitunter ein Höchstmaß an Konzentration erfordert…
. Parallel zur Donnerstags Schuldrecht AT Vorlesung könnte ich auch noch die Strafprozessrecht Vorlesung von Prof. Bosch besuchen, womit die Frage nach der richtigen Wahl nun vollends tricky wird. Mal die morgige BGB Übung abwarten.
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Pffff, Girl`s Day….
Wo ist unser Boys`s Day. Bzw. Men`s Day. Ersteres hört sich irgendwie nach einer Kopie des Christopher Street Day`s an. Scheiss Emanzipation! :shut: