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Gekaufte Publicity

13.02.2006 | 1 Comment

Ein “Mitarbeiter” eines großen deutschen Nachrichtenmagazins ruft beim Chef einer Firma an und bietet ihm einen “redaktionellen Beitrag” an. Eventuell sogar verbunden mit einer TV Berichterstattung. Das Ganze sei aber nur durch eine kräftige Finanzspritze realisierbar. Während die einen über ohne zu Zögern jede gewinnbringende Publicity nutzen würden werden sich vielleicht auch die einen oder anderen Ihre Gedanken über den Zusammenhang von “redaktionellen Beiträgen” und “Bezahlung” machen. Wenn die geworbene Firma einwilligt erstellen die “Mitarbeiter” einen “redaktionellen Beitrag”. Der aber dann doch als “Anzeige” gekennzeichnet ist. Gekaufte Werbung bei dem Nachrichtenmagazin. Der “Mitarbeiter als Zwischenhändler”.

Eine clevere Geschäftsidee auf der einen Seite. Rechtlich fraglich wegen dem Vertragsinhalt: Gekauft wurde ein “redaktioneller Beitrag”, bekommen hat man (zu einem überhöhten Preis) eine Anzeige. Auch dieses Problem wird durch undurchsichtiges Verantwortungsabschieben beseitigt. Die Mitarbeiter seien es gewesen, man werde sich darum kümmern. Die Nachrichtenmagazine haben ohnehin selber nichts damit zu tun, sie verkaufen nur ihre Anzeigen an die Zwischenhändler. Problematisch dürfte diese seit Jahren betriebene Praxis aber bei Berufen werden, deren Standesordnung offene Werbung o.ä. verbietet. Ärzte oder Rechtsanwälte z.B.

Dass der Neid bei den einen und das gegenseitig Anschwärzen bei den anderen sehr ausgeprägte Formen annehmen kann habe ich bereits selber erleben dürfen, die Begründung, dass man doch nur einen “redaktionellen Beitrag” erhalten sollte und von der Werbung nichts wusste dürfte spätestens unglaubwürdig erscheinen, wenn bekannt wird, dass Geld geflossen ist. So kann sich das Streben nach Aufmerksamkeit auch ganz schnell negativ für das eigene Image auswirken. Bekannt wurde die Geschäftsidee durch einen Beitrag von Kiesow, redaktionell aufbereitet durch TP. ;)

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