Der Kampf mit “Bologna” hält auch in den deutschen Unis Einzug. Was “Bologna” ist? Nichts weiter als der Name für europaweit eingeführte, gestufte Studiengänge bis 2010.
Was schön klingt bedeutet für die Universitäten jedoch einen gewaltigen Datenberg den sie mit ihren derzeitigen dezentralen Verwaltungsstrukturen kaum bewältigen können. Der Verwaltungsaufwand, der mit den immer häufiger vorkommenden Master- und Bachelorstudiengängen hinzugekommen ist wird durch eine geplante Ausweitung auf viele andere Organisationsgebiete wie Prüfungsan- und Abmeldung noch weiter wachsen. Ziel soll es sein, den gesamten - teilweise noch analogen - Verwaltungsaufwand online zu erledigen. Und eben diese dafür notwendigen Verwaltungs- und IT-Reserven fehlen bisher größtenteils.
Schon ruft diese Initiative, ähnlich dem “gläsernen Patienten”, die ersten Datenschützer auf den Plan. Ein weiteres Problem, was sich aber vor allem für Studenten als hilfreich erweisen könnte, sind die kommenden Studiengebühren. Die Forderung der Universitäten nach teils wesentlich höheren Gebühren von den Studenten wird auch zwangsläufig eine Verbesserung der Organisationsstrukturen mit sich bringen müssen, anderenfalls könnten die ersten Klagen von Studenten drohen. (Quelle)
Das erinnert mich doch alles sehr an die Anmeldung für die Ö-Recht PÜ im letzten Semester als mehr als 200 Studenten zwei Stunden lang auf einem engen Gang warteten - vor einem Seminarraum in dem zu festgelegter Zeit die Listen zur - handschriftlichen - Eintragung für die Termine ausliegen sollten. Davon abgesehn, dass es in dem Gang überhaupt kein Durchkommen mehr gab und die Studenten, die sich noch in dem Raum aufhielten auch wieder hinaus mussten, waren die Lehrstuhlmitarbeiter währenddessen gezwungen durch das Fenster in den Raum einzusteigen um überhaupt die Listen auslegen zu können! Als die Tür dann (pünktlich) geöffnet wurde kann man sich wohl den allgemeinen panischen Tumult vorstellen als alle gleichzeitig versuchten in den Raum zu stürmen um sich bei ihrem gewünschten Termin einzuschreiben.
Der Druck der 100 Leute hinter mir war so groß, dass der Metaltisch, an den ich gepresst wurde, kippte und ein Bein des Tisches verbog. :)
Auch wieder aus dem Haufen rauskommen war ein Problem, weil keiner seine hart umkämpfte Position aufgeben wollte…
Dagegen klingen die Geschichten von größeren Unis, bei denen Studenten bereits mit Schlafsäcken auf den Gängen vor den Zimmer übernachten fast noch harmlos.
Wie ruhig wird wohl die Anmeldung wenn es endlich online über unser Prüfungssystem Flex Now funktionieren würde? Vermissen würde ich diese “Kämpfe” sicher nicht. Andererseits hat man so immer eine schöne Geschichte über die “schlimmen Juristen” zu erzählen. :) Zumindest versucht man ab dem kommenden Semester die Anmeldung für die Sprachkurse online zu verwalten. Ob mit Erfolg wird sich zeigen.
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Hilfe was sind denn das für Zustände!?! :shut: Ganz so schlimm ist es bei uns zum Glück noch nicht, das liegt aber vermutlich auch nur an der fortgeschrittenen Technisierung…
Bei uns in Bochum gibt es schon in vielen Studiengängen Bachelor/Master …Ich habe vor dem Jurastudium Geschichte studiert, dass ist schon so ein Studiengang. Für eine Kursanmeldung war ich dann um halb sechs morgens schon da, aber leider 45 andere vor mir, die zum Großteil dort übernachtet hatten… Gut dass ich jetzt ein Fach mit Staatsexamen studiere :P
wann gibts hier mal was neues zu lesen? :D
[...] Es sind gute Neuigkeiten, die die Financial Times heute bekannt gibt: Auch die Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung steht dem Bologna-Prozess skeptisch gegenüber. Man erkennt, dass es für Bachelor-Absolventen in Jura, die eine nur dreijährige Ausbildung hinter sich haben, kaum geeignete Berufsfelder geben wird. Weiterhin fürchtet die Koalition, dass es “zu einem Verlust an Wissenschaftlichkeit in der universitären Juristenausbildung” kommen kann, sollte Bologna auch im rechtswissenschaftlichen Studium durchgesetzt werden. Und auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat erkannt, dass “nach geltendem Recht die Rechtsberatung nur besonders qualifizierten Personen vorbehalten sei - also von Bachelor-Absolventen nicht zu leisten.” Vielleicht haben die Abgeordneten ja auch gemerkt, dass mit dem zu befürchtenden Titel Chaos niemandem geholfen ist. Ein Thema das für mich wohl nicht mehr aktuell ist, habe ich das Studium ja bereits begonnen. Aber spätestens wenn die Horrorszenarien von 20.000 arbeitslosen Bachelor-Juristen binnen drei Jahren Wirklichkeit werden, dürfte das Thema auch für mich wieder an Bedeutung gewinnen… [...]
[...] Für die 2. Semester stand dann pünktlich um 12 der beliebte Run auf die besten Termine einer Propädeutischen Übung an, diesmal die Grundrechte PÜ. Ich habe mir den Spaß diesmal geschenkt und bin erst eine Stunde später hin, außer einer Liste waren da noch auf allen Listen Plätze frei, hat sich also gelohnt sich keiner Lebensgefahr auszusetzen. Als letztes stand noch die BGB Übung bei Prof. Klippel auf dem Programm. Nachdem erstmal eine halbe Stunde mit dem Austeilen von Rechtsgeschichte Scheinen etc. vergangen ist blieb noch eine Stunde für den einzigen Fall vor der ersten Klausur. Stellvertretung und Anfechtung waren die Hauptthemen, verbunden mit dem dringlichen Rat genau diesen Stoff für die Klausur zu lernen. Sehr viele Möglichkeiten bleiben ihm aber auch nicht, wenn der Stoff der Klausur von ihm auf reine Rechtsgeschäfte des BGB AT eingeschränkt wurde. Sollte machbar sein. Das Beste aber: Die Zwischenprüfung (vor der es nur noch einen Fall geben wird) wird ebenfalls eine reine BGB AT Klausur. Besser gehts nicht. Schönes Wochenende! [...]